Der Chor

Arsis, die Erhebung. Im Jahr 2006 wählte Pierre-Fabien Roubaty diesen tiefgründigen griechischen Begriff, um den Chor zu benennen, den er formen und hin zum Ideal dieses musikalischen Impulses führen möchte.

Der Chœur Arsis besteht derzeit aus etwa dreissig jungen Sängerinnen und Sängern. Obwohl eine Vorliebe für die Komponisten des 17., 18. und 19. Jahrhunderts nicht abgestritten werden kann, unternimmt der Chor regelmässig Ausflüge in das zeitgenössische Repertoire (B. Britten, L. Bernstein, A. Pärt, J. Corigliano), ohne dabei das musikalische Schaffen des Kantons Freiburg zu vernachlässigen. Zu den ambitionierten Werken, welche der Chor erarbeitet hat, gehören beispielsweise Ein deutsches Requiem von J. Brahms, die Grosse Messe in c-moll und die Vesperae solennes de Confessore von W. A. Mozart, das Magnificat und die Motette Jesu, meine Freude von J. S. Bach. Anlässlich seines zehnten Geburtstag im Jahr 2017 führte der Choeur Arsis eine Komposition von Pater Theo Flury aus dem Kloster Einsiedeln auf, ein Werk, das als Hommage an J. S. Bach konzipiert ist.

Die überschaubare Anzahl Chormitglieder ermöglicht es, mit einer persönlichen Facette an die Werke heranzugehen. Die Zusammenarbeit mit befreundeten Chören (der Chor der Kathedrale Sankt Nikolas in Freiburg, der Chor Pro Arte aus Lausanne) gibt dem Chœur Arsis die Möglichkeit, Werke imposanter Dimensionen zu singen, wie beispielsweise die Neunte Sinfonie von L. van Beethoven am Classics Festival in Interlaken 2010 (mit dem European Union Youth Orchestra, unter der Leitung von V. Ashkenazy). Der Chœur Arsis arbeitet auch mit zahlreichen Instrumentalensembles zusammen, darunter das Capriccio Barockorchester, das Freiburger Kammerorchester (FKO) und das Ensemble Continuum. Im Jahr 2011 gewann der Chœur Arsis den Freiburger Chorwettbewerb (Publikumspreis und Preis der Jury) und wurde für das Eröffnungskonzert der nächsten Ausgabe engagiert.

Der Chor, der regelmässig in der Schweiz und im Ausland eingeladen wird, sang beispielsweise in der Saison des Théâtre Equilibre in Freiburg 2015 und beim Festival Musique des Lumières in Delémont, wo er die Missa in Angustiis (Nelsonmesse) von J. Haydn aufführte. Im Jahr 2018 arbeitete Arsis mit dem Ensemble de la Schola de Sion für ein Konzert in der Walliser Kantonshauptstadt zusammen. Ausserhalb der Schweizer Grenzen hatte der Chor das Privileg, im Dom von Salzburg, im Petersdom in Rom und in der Basilika Santa Maria Novella in Florenz zu singen.

Die bemerkenswerte musikalische Entwicklung des Chœur Arsis beruht auf der professionellen Betreuung. Den Sängerinnen und Sänger werden Stimmbildungskurse bei Gesangslehrern des Konservatoriums Freiburg (Sophie Marilley, Jean-Luc Waeber und Marie-Françoise Schuwey) und Phonetik bei Anthony di Giantomasso (Dozent HEMU Lausanne) angeboten. Zudem wird jede Chorprobe von einem professionellen Dirigenten, einem Korrepetitor und einer Assistenzdirigentin geleitet, welche allesamt Absolventen einer Schweizer Musikhochschule sind.

Im Juni 2019 hatte Arsis das Privileg, den berühmten Dirigenten Daniel Reuss für ein Konzert mit Werken von J. Brahms, F. Mendelssohn, A. Schnittke sowie A. Pärt einzuladen.  Im November letzten Jahres schlossen die Messe Nr. 2 in G-Dur von F. Schubert sowie die Vesperae solennes de Confessore von W. A. Mozart, begleitet vom Ensemble Continuum, das Jahr 2019 des Chœur Arsis ab.